Hinweisgeberschutzgesetz - Meldestelle

Wo gibt´s denn sowas: petzen, verraten, anschwärzen … anonym und unbehelligt?

Wo gibt’s denn sowas:

…diesen Verdacht könnten wir hegen, wenn wir mit dem Thema Meldestelle / Hinweisgeberschutz der ELKB in Berührung kommen.

„Hinweis“, oder gar „anonymer Hinweis“… das hat meistens den Geschmack von Hintenrum, Unehrlichkeit, Hinterhältigkeit, Feigheit oder noch persönlicheren, unehrenhaften Motiven.

Solche Leute waren schon damals in der Schule unbeliebt…

Und überhaupt, wer braucht denn eine Meldestelle – wir sind doch alle erwachsene Menschen, die miteinander reden (können) und „offen“ über alles sprechen und diskutieren? Bei uns wird doch Dienstgemeinschaft hoch gehalten ?!

Ja, so könnte man denken, wenn man den standardmäßigen Argumenten folgt,

die der Notwendigkeit einer Meldestelle grundsätzlich erst mal widersprechen.

Wenn es nun so ist, dass wir alle die Eigenschaften, Souveränität, Ehrlichkeit und Offenheit erwachsener Menschen mitbringen – wir sind ja schließlich in der Kirche – wo wir Vertrauensvoll und christlich miteinander umgehen, warum hat die ELKB dann eine

Zentrale Meldestelle eingerichtet?

Zunächst ist ein Grund die rechtliche Vorgabe: Hinweisgeberschutzgesetz

Und dann – sieht die Realität, der Alltag im Miteinander oft ganz anders aus:

Da werden Ungerechtigkeiten, Fehlverhalten von  Kollegen*innen und Vorgesetzten, unrechtmäßige Anforderungen an Mitarbeitende hingenommen, stillschweigend hingenommen…

Oft über Jahre – und oft auf Kosten der Betroffenen…

Warum?

Weil es sehr viel Mut und Selbstsicherheit benötigt, Fehler anzusprechen, Kritik zu üben, oder Entscheidungen und Verhaltensweisen zu hinterfragen.

Wer es wagt, unangenehme Themen oder Probleme anzusprechen kommt schnell ins „Schussfeld“, statt mit Dankbarkeit und Lob belohnt zu werden.

Durchaus schwierig bzw. gar unmöglich kann es sich gestalten, in einem bestehenden System auf Missstände, auf Fehler auf Inkompetenzen hinzuweisen. Oft sind diese so

resistent und hierarchisch strukturiert, dass solche Hinweise auf Widerstand stoßen, inhaltlich gar nicht richtig wahrgenommen werden, sondern eher dahingehend bewertet, wer und mit welchem Recht  hier einen Stein ins Rollen bringt. Manchmal wird man regelrecht zum Nestbeschmutzer degradiert, obwohl die Absicht ja eigentlich das Gegenteil war – nämlich das „Nest“ sauber zu halten.

Fazít und wahrscheinlichste Variante  – es passiert gar nix. 

Nichts kommt an die Oberfläche – obwohl vielleicht viele, alle, einzelne im Stillen hoffen, dass endlich mal was passiert. Ob wohl viele, alle, oder einzelne leiden, sich ärgern, sich verletzt oder ungerecht behandelt fühlen.

Und genau da setzt die Meldestelle an: 

diesen unkonstruktiven Kreisschluss zu unterbrechen, und die Möglichkeit zu eröffnen, in einem geschützten anonymen Rahmen auf Missstände etc. hinzuweisen. Die Meldestelle, die als Ansprechpartner außerhalb des örtlichen Systems tätig ist, kann sich dem Sachverhalt, der Beschwerde annehmen und sich sachlich und kompetent damit befassen. Prüfen, ob Handlungsbedarf besteht, wie konstruktive weiter Schritte aussehen, was das Endziel sein sollte.

Die Meldestelle hat kein Interesse daran, jemanden oder etwas anzuprangern,

vielmehr kann sie dazu beitragen als externer Berater dafür zu sorgen, dass berechtigte

Beschwerden beachtet und bearbeitet werden.

Das Thema: wer hat hier „gepetzt“ wird bewusst ausgeschlossen, es geht um Inhalte

und Klärung.

In diesem Sinne ermutigen wir alle Mitarbeitenden, sich dieses Instrumentes zu bedienen, es konstruktiv zu nutzen. Für Gerechtigkeit, Dienstgemeinschaft und ein christliches Miteinander.

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. 

--- aber lass mich nicht alles hinnehmen, weil mir der Mut fehlt.


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